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Sehen und gesehen werden: Die besten Tipps zur Fahrradbeleuchtung

Eine gute Fahrradbeleuchtung schützt davor übersehen zu werden (Bild: ADFC/Oliver Tjaden).

Im Herbst und Winter wird es früher dunkel und deshalb sollte jeder Radfahrer immer auf eine funktionierende Radbeleuchtung achten – sie gehört nämlich zur polizeilich vorgeschriebenen Ausstattung. Dabei ist zu bedenken, dass Akku- oder Batteriebetriebene Lichter nicht der Straßenverkehrsordnung (STVO) entsprechen.

Abgesehen von der rechtlichen Seite ist eine gute Radbeleuchtung nicht nur für eine bessere Sicht wichtig, sondern für die eigene Sicherheit. Denn nicht nur auf kaum beleuchteten Straßen auf dem Land wird der Radfahrer schlecht gesehen. Bei Dunkelheit, Schnee oder Regen werden Zweiradler oft nicht oder erst zu spät gesehen. Obwohl die Straßen in der Stadt besser beleuchtet sind, gibt es mehr Gegenlicht, Blendeffekte, Schatten und andere Lichter, die einen die Radfahrer leicht übersehen lassen.

Die vorgeschriebene Lichtausstattung

Fest vorgeschrieben sind ein dynamobetriebener Frontscheinwerfen und ein Frontreflektor, der auch im Scheinwerfer integriert sein kann. Im Paragraph 67 der StVZO steht unter anderem: “Der Lichtkegel muss mindestens so geneigt sein, dass seine Mitte in 5 Meter Entfernung vor dem Scheinwerfer nur halb so hoch liegt wie bei seinem Austritt aus dem Scheinwerfer. Der Scheinwerfer muss am Fahrrad so angebracht sein, dass er sich nicht unbeabsichtigt verstellen kann.”

Das rote Rücklicht ist genauso Pflicht wie mindestens ein zusätzlicher roter Reflektor. Das Rücklicht darf nicht niedriger als 250 Millimeter über der Fahrbahn sein, der rote Reflektor nicht höher als 600 Millimeter über der Straße. Die Pedale müssen mit nach vorne und hinten gerichteten gelben Rückstrahlern ausgestattet sein. An der Seite können sie gelbe Rückstrahler haben.

Am Vorder- und Rückrad müssen jeweils zwei nach der Seite wirkende gelbe Speichenrückstrahler um 180 Grad versetzt angebracht sein. Alternativ reicht auch ein durchgehend reflektierender weißer Streifen am Reifen oder an den Speichen.

Was viele nicht wissen: Der Scheinwerfer und die Schlussleuchte dürfen nur zusammen einschaltbar sein. Eine Schaltung, die selbsttätig bei geringer Geschwindigkeit von Lichtmaschinenbetrieb auf Batteriebetrieb umschaltet (Standbeleuchtung), ist zulässig; in diesem Fall darf auch die Schlussleuchte allein leuchten.

Auch Pedelecs müssen demnach einen Dynamo haben, obwohl sie die Lichtanlage mit dem Strom aus dem Akku speisen könnten. Deshalb sind die meisten Elektroradhersteller dazu übergegangen, Nabendynamos an ihren Fahrrädern zu verbauen. Sie sind generell den Reifendynamos vorzuziehen, da sie besser funktionieren und auch bei Nässe optimal für Strom sorgen. Bekannte Hersteller sind unter anderem Novatec, Renak, Schmidt Maschinenbau, Shimano, SRAM und Sturmer-Archer.

Einzige Ausnahme hinsichtlich Beleuchtung sind Rennräder mit einem Gewicht unter 11 Kilogramm. In diesem Fall reichen batteriebetriebene Lichter, die immer mitzuführen sind.

Was kann man zusätzlich tun, um besser gesehen zu werden?

Neben der vorgeschriebenen lichttechnischen Einrichtung darf auch ein zusätzliches, batteriebetriebenes Rücklicht angebracht werden. Ein zweiter Frontscheinwerfer sowie in den Speichen angebrachte LED-Lichter sind nicht zulässig.

Wer noch mehr Sicherheit will, kann sich auch für eine Helmbeleuchtung entscheiden. Busch und Müller hat ein LED-Set im Programm. Mit ihm kann nahezu jeder Fahrradhelm nachgerüstet werden. Auch von Uvex gibt es Helmlichter zum nachrüsten. Allerdings passen die nur auf Uvex-Helme. Es gibt aber auch schon Helme mit integriertem Rücklicht. Alpina hat zum Beispiel den FB 2.0 Flash im Programm. KED-Helme mit Quicksafe- oder Quicksafe-Tronic-System haben an der Rückseite vier LEDs integriert.

Seit 2006 gibt es für Radscheinwerfer die Zehn-Lux-Regelung. Das bedeutet der Lichtstrom im Kernausleuchtungsbereich in 10 Metern Entfernung muss mindestens 10 Lux betragen. Scheinwerfer die diese Werte nicht erreichen, bekommen keine Straßenverkehrszulassung. Scheinwerfer die vor 2006 hergestellt worden sind, sollten deshalb ausgetauscht werden. Grundsätzlich sind sehr helle Lampen immer ratsam. Es gibt mittlerweile Lichter mit einer Beleuchtungsstärke von 60 Lux und höher.

Eine Begrenzung der Helligkeit beziehungsweise Lux-Zahl gibt es nicht. Doch es ist zu beachten, dass der Gegenverkehr nicht geblendet werden darf und die Lampen das Prüfzeichen des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) tragen müssen. Das Prüfzeichen ist an einer Wellenlinie, dem Buchstaben K und einer Ziffernfolge erkennbar. Bekannte Hersteller von hellen Fahrradlampen sind unter anderem Philips, Sigma Sport, Trelock, Busch und Müller und Inoled.

Für mehr Sicherheit soll auch das von Busch und Müller patentierte Lichtsystem Lintec sorgen. Dabei wird das Licht von LED-Lampen in eine räumliche Dimension aufgefächert, wodurch ein Licht entstehen soll, bei dem andere Verkehrsteilnehmer den Abstand besser und schneller einschätzen können.

Mit dem Lintec-Lichtsystem von Busch und Müller soll man den Abstand besser einschätzen können. So sieht ein Autofahrer Fahrradrücklichter (Bild: Busch und Müller).

Manche Hersteller setzen seit kurzem auch auf das Tagfahrlicht bei Fahrrädern. Obwohl es beim Motorrad schon Pflicht ist, müssen Radfahrer am Tag kein Licht einschalten. Doch es empfiehlt sich auf jeden Fall das Licht auch am Tag einzuschalten. Eine weitere wichtige Funktion der Fahrradbeleuchtung ist zum Beispiel auch das Standlicht. Dann wird man bei Dunkelheit beim Stehen an der Ampel vom Autofahrer schon rechtzeitig erkannt.

Karl Lagerfeld wirbt für die Warnweste (Bild: ADFC)

Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die richtige Bekleidung. Als Radfahrer sollte man darauf achten, dass Reflektoren an den Kleidungsstücken angebracht sind. Entweder befestigt man selbst Arm- oder Fußbänder mit Klettverschlüssen über der Kleidung oder man kauft sich gleich Funktionsjacken und -hosen die schon mit Reflektoren ausgestattet sind. Günstig und sicher sind auch reflektierende Warnwesten. In Frankreich zum Beispiel sind sie seit 1. Oktober 2008 außerhalb geschlossener Ortschaften, nachts in der Dämmerung sowie auch tagsüber bei schlechten Sichtverhältnissen (Nebel, Regen) Pflicht.

Tipps zur richtigen Fahrradbeleuchtung gibt es auch beim ADFC und bei der Deutschen Verkehrswacht.

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