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ADAC testet und vergleicht drei S-Pedelecs

ADAC-Test: S-Pedelecs

Der ADAC hat drei Speed-Pedelecs getestet (Bild: ADAC).

Eigentlich sollte ein Autoclub Pkw oder Autoreifen testen, aber der ADAC hat sich einem neuen Thema gewidmet: Speed-Pedelecs beziehungsweise S-Pedelecs. Schon daran lässt sich erkennen, wie wichtig das Thema Elektrofahrrad ist und welche Zukunft ihm beigemessen wird.

Der ADAC wollte jedenfalls wissen, ob die Fahrradtechnik den großen Belastungen von S-Pedelecs gerecht wird, die Motoren mit bis 500 Watt Leistung haben und ein Elektrofahrrad beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h unterstützen. Dazu hat der Autoclub drei aktuelle S-Pedelecs auf dem Prüfstand und auf der Straße getestet und verglichen.

Zu den Testkandidaten gehören das Kalkhoff Pro-Connect S10-36 zu einem Preis von 3399 Euro, das Raleight Stoker B40 Premium für 3199 Euro und das Bulls Green Mover E45 für 3499 Euro. Zu den Auswahlkriterien zählten unter anderem die verschiedenen Antriebseinheiten. So hat das Bulls einen Hinterradnabenmotor mit 500 Watt (36 V). Das Raleight-Pedelec kommt mit Mittelmotor von Bosch mit 350 Watt (36 V) und das Kalkhoff-Rad hat einen Mittelmotor von Panasonic mit ebenfalls 350 Watt bei 36 Volt.

S-Pedelec Bulls Green Mover E45

Das Bulls Green Mover E45 hat einen Hinterradantrieb mit 500 Watt Leistung (Bild: ADAC).

Alle drei Kandidaten haben wirkungsvolle Scheibenbremsen, was der ADAC auch lobend betont. Allerdings bemängelt der Autoclub die baugleichen Gabeln des Pro-Connect S10-36 und des Stocker B40 Premium. Sie zeigten bei der Untersuchung Probleme mit den höheren Anforderungen für schnelle Pedelecs.

Bei den Reichweiten stellte der ADAC auch große Unterschiede fest. Dies läge aber wohl an den großen Kapazitätsunterschieden bei den Akkus. So hat das Pedelec von Bulls einen 36-V-Akku mit 18,6 Ah der 670 Wh leistet. Dagegen bringt es der Akku vom Kalkhoff-Pedelec auf 504 Wh (14 Ah bei 36 V). Der schwächste Lithium-Ionen-Akku ist im Raleigh verbaut. Er leistet bei 36 Volt 8 Ah, also 288 Wh.

Das spiegelt sich auch im Test wider. Das Elektrofahrrad von Bulls kommt 70 Kilometer weit, das Kalkhoff 50 Kilometer und das Pedelec von Raleigh nur 38 Kilometer. Allerdings dauerte bei letzterem das Laden nur zweieinhalb Stunden.

Testergebnisse

S-Pedelec Raleigh

Das Raleight Stoker B40 Premium kommt mit einem Mittelmotor von Bosch der 350 Watt leistet (Bild:ADAC).

Im Test bekommt nur das Bulls Green Mover E45 die Bewertung “gut”, weil das Rad auch in den Kategorien Handhabung, Fahren, Antriebssystem und Motor sowie Sicherheit und Haltbarkeit die Note “gut” bekommt.

Das Kalkhoff Pro-Connect S10-36 erhält die Bewertung “ausreichend”, weil der ADAC Schwächen bei der Federgabel sieht. Insgesamt gibt es in der Kategorie Handhabung ein “befriedigend”, bei Fahren ein “gut”, bei Antriebssystem und Motor ein “befriedigend” sowie bei Sicherheit und Haltbarkeit die Note “ausreichend”.

Das Raleight Stoker B40 Premium bekommt ebenfalls nur die Gesamtbewertung “ausreichend”. Auch hier liegt der Grund bei der Federgabel. Wie beim Kalkhoff vergibt der ADAC in der Kategorie Handhabung ein “befriedigend”, bei Fahren ein “gut”, bei Antriebssystem und Motor ein “befriedigend” sowie bei Sicherheit und Haltbarkeit die Note “ausreichend”.

Interessant ist auch, dass der Verein Extraenergy.org bei seinem diesjährigen Test dem Bulls die Note “sehr gut” verliehen hat. Das Kalkhoff Pro-Connect S10-36 und das Raleight Stoker B40 Premium wurden leider nicht getestet.

Allgemeines zu S-Pedelecs

Auch das Kalkhoff Pro-Connect S10-36 hat einen Mittelmotor. Allerdings nicht von Panasonic sondern von Bosch. Er leistet 350 Watt wie sein Pendant bei Raleigh (Bild: ADAC).

Im Test weist der ADAC ausdrücklich daraufhin, dass Speed-Pedelecs von ihren Elektromotoren bis zu 45 km/h unterstützt werden und somit nur mit entsprechendem Führerschein, einem Versicherungskennzeichen und Helm gefahren werden dürfen. Wichtig ist dabei, dass ein üblicher Fahrradhelm nicht zugelassen ist. Es muss ein ECE-geprüfter Motorradhelm sein. Als Führerschein reicht die Fahrerlaubnis der Klasse M, da das Pedelec wie ein Mofa als Kleinkraftrad eingestuft ist. Wer vor 1965 geboren ist und einen Autoführerschein besitzt, braucht keinen extra Führerschein.

Außerdem sollten Fahrer von S-Pedelecs darauf achten, dass sie nicht die Radwege benutzen dürfen und nur auf der Straße fahren können. Zudem ist es Besitzern dieser schnellen Elektroräder nicht erlaubt Kindersitze oder -anhänger zu montieren.

Des Weiteren weist der Autoclub darauf hin, dass man mit einem Speed-Pedelec von den anderen Verkehrsteilnehmern als nicht so schnell eingeschätzt wird. Deshalb muss sich der S-Pedelec-Fahrer besonders umsichtig und vorausschauend im Verkehr bewegen.

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Eine Antwort to "ADAC testet und vergleicht drei S-Pedelecs"

  1. Dr. Karl BeckNo Gravatar sagt:

    Ich bin ein Jahr einen Flyer Vollblut 500 gefahren. Habe mit Rennradfahrern, die 45 kmh fahren mithalten können. Nur mußte ich einen zweiten Akku mitführen. Denn die 500 Watt fressen überhaupt bergauf (Wienerwald, Österreich) viel Strom. In Österreich gibt es keine Nummerntafeln auf Fahrrädern. Moped ist es keines, weil ich treten muß.

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