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Das Highend-Pedelec von Audi protzt mit Leistung

E-Bike Wörthersee von Audi

Elektrofahrrad mit starkem Motor und elektronischer Balancehilfe: das Audi e-bike Wörthersee (Bild: Audi AG).

Audi zeigt zum 31. GTI-Treffen, das vom 16. bis zum 19 Mai in Reifnitz am Wörthersee stattfindet, mit dem Zweirad-Technikkonzept “e-bike Wörthersee” ein Pedelec der besonderen Art. Nach Angaben des Ingolstädter Autoherstellers lasse sich das “Sportgerät” weder den Pedelecs noch den Fahrrädern zuordnen. Es sei ein Highend-Pedelec für Sport, Fun und Tricks.

In der Tat beeindrucken die technischen Daten und Features die Audi vor dem Event über das Elektrofahrrad-Konzept bekannt gibt. So wiegt der Karbon-Rahmen des Audi e-bike Wörthersee nur 1.600 Gramm. Auch die Hinterradschwinge ist aus hohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK) und somit sehr leicht, aber trotzdem stark verwindungssteif. Selbst bei den 26-Zoll-Rädern hat Audi CFK verwendet und somit ein Gewicht von 600 Gramm je Rad erreicht.

Trotz aller Leichtbau-Maßnahmen wiegt das Elektrofahrrad ohne Batterie 21 Kilogramm. Mit Akku sind es sogar 26 Kilogramm. Der Lithium-Ionen-Akku des Elektrorads wiegt fünf Kilogramm und ist im Rahmen integriert. Er bietet bei 48 Volt eine Kapazität von 530 Wh. Über die Steckdose lässt sich der Stromspeicher mit 230 Volt im Zeitraum von zweieinhalb Stunden komplett aufladen. Die Batterie kann aber auch mit wenigen Handgriffen entfernt und durch einen Ersatzakku getauscht werden.

Das vermeintlich hohe Gewicht schulden neben dem Akku auch der starke Elektromotor und die verbaute Elektronik. Der Synchronmotor sitzt am tiefsten Punkt des Rahmens und wirkt direkt auf die Welle des Tretlagers. Er überträgt seine Kraft von 2,3 kW (3,13 PS) per Kette an das Hinterrad und schafft ein maximales Drehmoment von 250 Nm. Damit erreicht das Elektrofahrrad ein Leistungsgewicht von 11,3 Kilogramm pro kW, das entspricht 8,3 Kilogramm pro PS.

Was mit dem e-bike Wörthersee alles möglich ist, sieht man im folgenden Video. Der Freestyle-Trial-Bike-Profi Julien Dupont scheint es zu fahren und dabei eine viel Spaß zu haben.

Dem Fahrer des Audi e-bike Wörthersee stehen fünf Fahrprogramme zur Verfügung. Sie unterstützen entweder die Tretbewegung – machen das Fahrrad so zum Pedelec – oder den reinen E-Antrieb, womit das Rad zum E-Bike wird. Mit der Einstellung “Pure” kann der Fahrer Audis Elektrofahrrad als reines Rad ohne Motorunterstützung nutzen. Im Modus “Pedelec” unterstütz ihn der Motor beim Treten und so sollen Spitzengeschwindigkeiten bis zu 80 km/h und eine Reichweite von 50 bis 70 Kilometern möglich sein. Beim Trainingsmodus tritt der Radler mit konstanter Leistung in die Pedale und die Elektronik steuert den Motor so, dass er bei Gegenwind oder Steigungen die zusätzlich erforderliche Kraft ausgleicht.

Im Programm “eGrip” ist das Elektrofahrrad rein elektrisch unterwegs und schafft eine Höchstgeschwindigkeit bis zu 50 km/h. Dabei wird die Geschwindigkeit über einen Drehgriff geregelt. Der Fahrer kann die Leistung über den Bordcomputer frei konfigurieren. Ein besonderes Feature ist der Wheelie-Modus. Mit ihm wird der Fahrer durch eine elektronische Regelung beim Fahren auf dem Hinterrad unterstützt. Das lässt sich vergleichen mit dem Segway, bei dem auch die Elektronik das Gleichgewicht hält.

Audi Pedelec

Audi hat das Rücklicht des Pedelecs im Sattel integriert (Bild: Audi AG).

Zur weiteren Ausstattung des Audi e-bike Wörthersee gehört eine Neungang-Schaltung, die die Gänge bei sequentieller Betätigung hydraulisch wechselt. Die Scheibenbremsen für Vorder- und Hinterrad arbeiten ebenfalls hydraulisch und sollen für eine optimale Verzögerung sorgen. Eine luftgefederte Upside-down-Gabel kümmert sich um den Fahrkomfort und hat mit einem Federweg von 130 Millimetern auch bei höheren Beanspruchungen noch genügend Reserven. Die Sitzbank des Elektrofahrrads ist am Karbon-Rahmen befestigt und lässt sich stufenlos in der Höhe einstellen, auch während der Fahrt. Zur Beleuchtung bei Dunkelheit hat Audi LEDs in den Lenker und in den Sattel, der eher eine Sitzbank ist, eingebaut.

Der Bordcomputer zum Einstellen verschiedener Funktionen lässt sich über einen Touchscreen bedienen und ist im Oberrohr des Rahmens integriert. Hier lassen sich die Fahrmodi wechseln, die Beleuchtung Ein- und Ausschalten und Tricksequenzen aufzeichnen. Außerdem werden auf dem Display Informationen wie Geschwindigkeit, Ladezustand der Batterie, Energieverbrauch, die zurückgelegte Distanz und der aktuelle Neigungswinkel angezeigt.

Audis Elektrofahrrad kann man sogar per WLAN mit einem Smartphone verbinden. Dafür ist die Antenne in der Bremsleitung des Vorderrads integriert. Über das schnurlos verbundene Smartphone wird die Wegfahrsperre des e-Bike Wörthersee deaktiviert. Über die Schnittstelle zwischen Bordcomputer und Smartphone lassen sich zudem Videosequenzen von der Fahrt und ganze Trickszenen ins Internet oder zum Trainer übermitteln.

Alles in allem präsentiert das Audi-Konzeptrad überzeugende Features und Leistungsmerkmale. Ob das Rad in dieser Version jedoch gebaut wird, darf mehr als fraglich bleiben. Erstens währe es wohl zu teuer, wenn man von den besonderen Werkstoffen und der aufwendigen Verarbeitung ausgeht. Zudem würde diese Elektrofahrrad kaum eine Straßenzulassung bekommen außer man vermarktet es als Motorrad wie das eRockit. Wahrscheinlicher ist eher, dass die Geschwindigkeit im E-Bike-Modus und die Motorunterstützung im Pedelec-Modus auf 25 km/h begrenzt wird. Ein betuchtes Klientel dürfte dann sicher bereit sein, sich dieses Highend-Elektrorad zuzulegen. Die Blicke wird man damit sicher auf sich ziehen und eine Menge Spaß beim Fahren des Audi-Pedelecs haben.

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