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Kommentar: Fahrradhelme für Dickschädel

Kaum hat der Bundesverkehrsminister Ramsauer die Debatte um eine Helmpflicht für Radfahrer neu angefacht, bekommt er schon Gegenwind vom ADFC. Der Bundesgeschäftsführer des Fahrrad-Clubs, Horst Hahn-Klöckner, geht sogar so weit und fragt: “Ist Verkehrsminister Ramsauer auf den Kopf gefallen, dass er unnötige Ängste vor dem Radfahren schürt, anstatt sich ernsthaft mit der Verbesserung der Verkehrssituation für Radfahrer auseinanderzusetzen?”

Ähnlich emotional und persönlich angreifend wird die Diskussion über eine Helmpflicht auch im privaten Umfeld geführt. Auf Stammtischniveau hauen sich Befürworter und Gegner der Helmpflicht die Studien und Belege über Sinn und Unsinn des Helmtragens um die Ohren. Warum kochen bei diesem Thema die Emotionen oft so hoch?

Ich selbst trage beim Fahrradfahren noch keinen Helm, aber das wird sich bald ändern. Nicht, dass ich scharf darauf wäre, aber ich erachte es schon als sinnvoll, sich zu schützen. Ja, früher hat man auch keinen Helm gebraucht – das ist wieder so ein typisches “Argument” -, aber ich denke mit einem Elektrofahrrad ist man manchmal doch zügiger unterwegs und es besteht somit eine größere Gefahr einen Unfall zu haben.

Außerdem habe ich meine ersten Helm-Erfahrungen beim Skifahren gemacht. Jahrelang weigerte ich mich mir dieses “doofe Ding” zuzulegen geschweige denn aufzusetzen. Aber vor zwei Jahren kaufte ich mir einen Ski-Helm und ich muss sagen, es tut nicht weh ihn zu tragen ;-) Ganz im Gegenteil, wenn es kalt ist, habe ich jetzt immer einen warmen Kopf und unbequem sind die Dinger mittlerweile auch nicht mehr.

Für den Helm entschied ich mich zum einen wegen der Vorbildfunktion für meine Kinder zum anderen aber wegen immer mehr und schwereren Skiunfällen mit Kopfverletzungen und teilweise tödlichen Ausgang. Man denke nur an den schweren Unfall des thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus.

Auch hier kann man sagen, dass es früher keine Helme brauchte. Doch durch die neue Ausrüstung – Carving-Ski beschleunigen in der Kurve – und breite Top-präparierte Pisten ist das Skifahren schneller geworden. Außerdem sind die Pisten durch die Schneekanonen und die Pistenraupen viel härter als früher. Diese und noch mehr Faktoren haben das Skifahren vielleicht nicht gefährlicher gemacht, aber die Verletzungen wurden schlimmer. Deshalb habe ich mich für einen Helm entschieden.

Und aus den gleichen Gründen werde ich zukünftig auch beim Pedelec-Fahren einen Helm tragen. Aber jetzt kommt der Punkt: Ich mache es FREIWILLIG! Ich brauche keine neue Vorschrift beziehungsweise nicht noch eine gesetzliche Regelung. Genau deshalb bin ich gegen eine Helmpflicht.

Sind Sie für eine Helmpflicht für alle Radfahrer?

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Eine Antwort to "Kommentar: Fahrradhelme für Dickschädel"

  1. RalfNo Gravatar sagt:

    Hallo,

    genau so halte ich es auch, den Helm trage ich bei den Radfahrtätigkeiten,
    die überdurchschnittlich “gefährlich” sind nämlich Mountainbiken.
    Beim Touren und Stadtfahren trage ich keinen.

    Das “Pistenskifahren” etwas gefährlicher ist als normales Radfahren sehe ich auch so….

    Ich trageübrigens kein Helm beim Treppen steigen, die häusliche Unfallart
    nummer eins in Deutschland.

    Länder wie Holland und Dänemark zeigen uns, das Radfahren nicht gefährlich sein muss,
    wenn der Verkehr die Radfahrer positiv mit einbezieht.

    Eine Helmpflicht ist ! kontraproduktiv.

    Gruß
    Ralf

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