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Deutscher Verkehrssicherheitsrat will gesetzliche Richtlinien für Elektrofahrräder

Deutscher Verkehrssicherheitsrat fordert gesetzliche Richtlinien für Pedelec-Fahrer

Deutscher Verkehrssicherheitsrat fordert gesetzliche Richtlinien für Pedelec-Fahrer (Bild: DVR).

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) hat in einem Vorstandsbeschluss angeregt, gesetzliche Richtlinien für Hersteller und Nutzer von Pedelecs zu erstellen, weil das Zweirad mit elektrischem Antrieb andere technische und fahrdynamische Eigenschaften habe als ein herkömmliches Fahrrad. Zudem fordert der DVR, die Forschungen auf dem Gebiet der elektrisch motorisierten Fahrräder sowie die Aufklärungsarbeit für alle Verkehrsteilnehmer zu intensivieren.

Elektrofahrräder werden bisher in den Kategorien Pedelecs 25 mit Anfahrhilfe und Motor-Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h, E-Bikes deren Motor per Gashebel das Rad bis 25 km/h unterstützt sowie Pedelecs 45 (oder S-Pedelec). Letztere gelten als Kleinkraftrad der Klasse L1e. Räder des Typs “Pedelec 25” werden jedoch bisher nicht von der EU-Richtlinie 2002/24/EG erfasst und sollten laut DVR aus Gründen der Verkehrssicherheit in eine eigene Fahrzeugklasse eingeordnet werden. Damit kommt es zu einer Helmpflicht für Fahrer, zur Festlegung eines Mindestalters und wahrscheinlich zu einer neuen versicherungsrechtlichen Einstufung.

Außerdem will der DVR eine Bewertung und Prüfung der Elektroräder, wie sie bereits bei Kraftfahrzeugen durch Euro NCAP erfolgt. Technische Manipulationen an den Fahrzeugen, etwa die Erhöhung der Höchstgeschwindigkeit, sollen durch Anpassung der Richtlinie 97/24/EG verhindert werden, die bisher nur für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor gilt.

Auch an Richtlinien für Helme soll gedacht werden, die bei höheren Geschwindigkeiten der “Pedelecs 45″“ wirksam vor Kopfverletzungen schützen können. Bisher erhältliche Fahrradhelme nach Maßgabe der DIN EN 1078 sollen übergangsweise als geeignet angesehen werden und das Tragen für Fahrer von “Pedelec 45”-Rädern verpflichtend sein.

Ferner regt der DVR den Ausbau von Radverkehrsanlagen nach dem Regelwerk ERA 2010 an. Höhere Fahrgeschwindigkeiten erfordern weitläufigere Dimensionierungen der Verkehrswege, um Konflikte mit anderen Verkehrsteilnehmern, insbesondere Fußgängern, zu vermeiden. Für ein sicheres Miteinander im Straßenverkehr ist nach Ansicht des DVR außerdem eine umfangreiche und konkrete Aufklärungsarbeit nötig. Pedelec-Fahrer sollen über die unterschiedlichen fahrdynamischen Eigenheiten der neuen Zweiräder ebenso informiert werden wie Auto- oder Motorradfahrer und Fußgänger über die zunächst noch ungewohnte Agilität der Elektrofahrräder.

Themenübergreifend will sich der DVR für intensivere Forschungen auf dem Gebiet der Pedelecs einsetzen. Dies betrifft sowohl das Nutzungsverhalten als auch die technische Erprobung und Untersuchung von Konfliktpotenzialen mit anderen Verkehrsteilnehmern. Denkbar sei hierzu auch eine gesonderte Erfassung von Pedelecs in der amtlichen Unfallstatistik.

Sind Sie auch der Meinung, dass wir gesetzliche Richtlinien für Elektrofahrräder brauchen? Oder denken Sie, dass Pedelec-, Fahrradfahrer und Fußgänger genügend Rücksicht aufeinander nehmen werden?

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