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Unfallforschung der Versicherer warnt vor höhern Risiken mit Pedelecs

Crashtest Pedelec versus Fußgänger (Bild: UDV).

Schätzungen des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV) zufolge wurden 2011 in Deutschland bis zu 310.000 Elektrofahrräder verkauft. Das sind etwas 55 Prozent mehr als im Vorjahr und somit sind rund eine Millionen Fahrräder mit Elektromotor auf Deutschlands Straßen unterwegs. Diese immer größer werdende Beliebtheit von Elektrofahrrädern hat die Unfallforschung der Versicherer (UDV) zum Anlass genommen, um auf die erhöhten Risiken beim Fahren mit einem Pedelec oder E-Bike hinzuweisen.

Nach Ansicht der Unfallforschung der Versicherer bergen die Annehmlichkeiten eines Elektrofahrrads auch Gefahren für die Verkehrssicherheit. Nach drei Crashtests und umfangreichen Fahrversuchen kommen die Unfallforscher in einer Untersuchung zu dem Schluss, dass Pedelecs ein Risiko für den Fahrer selbst, aber auch andere Verkehrsteilnehmer sein können.

Der UDV ist der Meinung, dass eine höhere mit Elektrorädern erreichte Geschwindigkeit zu leichtsinnigen Überholmanövern auf Radwegen und Radfahrstreifen verleitet. Die können, wie ein Crashtest der UDV belegen soll, aufgrund der Geschwindigkeitsunterschiede und der geringen Breite der Wege im Ernstfall mit schweren Unfallfolgen für Rad- und Pedelec-Fahrer enden.

“Pedelec-Fahrer sollten sich nicht durch die neuen Möglichkeiten zu höheren Geschwindigkeiten verleiten lassen. Es ist eine Binsenweisheit, dass hohe Geschwindigkeiten auch ernste Unfallfolgen bedeuten können”, warnt Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer.

Auch die Autofahrer müssen Vorsicht walten lassen. Plötzlich sind selbst Senioren auf ihren City-Bikes schneller unterwegs als sonst – für Autofahrer nicht immer leicht zu erkennen. Riskante Situationen können insbesondere an Ausfahrten und Kreuzungen entstehen. “Egal ob mit oder ohne Helm, beim seitlichen Aufprall an ein Auto sind schwere Verletzungen zu erwarten. Das hat unser Crash-Test ganz klar belegt”, so Brockmann weiter.

Der UDV weist zudem darauf hin, dass Pedelecs die den Fahrer bis zu 25 km/h unterstützen, rechtlich Fahrrädern gleichgestellt sind. Dagegen müssen S-Pedelecs die bis zu 45 km/h Motorunterstützung bieten, wie ein Leichtmofa betrachtet werden. Das heißt also: Man braucht eine Betriebserlaubnis, ein Versicherungskennzeichen und eine Mofa-Prüfbescheinigung aber es besteht keine Helmpflicht. Dennoch empfiehlt der UDV allen Radfahrern und Pedelec-Fahrern, immer einen Helm zu tragen.

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